Der erste und bis vor kurzem „dienstälteste“ Honorarkonsul der Mongolei in Österreich, der Kärntner Kommerzialrat Adolf Gojer, ist heuer am 7. März 80 Jahre alt geworden. Dieses Ereignis wurde anläßlich eines Empfangs auf dem Gelände eines neu eingerichteten Gewerbeparks in Seebach bei Kühnsdorf (Bezirk Völkermarkt) gebührend gefeiert. Unter den Gratulanten befanden sich neben Wirtschaftstreibenden und Politikvertretern aus Region und Gemeinden auch die außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin der Mongolei in Österreich, Exzellenz Battungalag Gankhuuraj, sowie auch der Landeshauptmann von Kärnten, Dr. Peter Kaiser.

Der Lebensweg des Jubilars

Adolf Gojer wird am 07. März 1938 in Eberndorf geboren und besucht dort die Volksschule. Bereits ab dem 11. Lebensjahr arbeitet er am elterlichen Bauernhof mit, was vor einem Menschenalter in Österreich vielfach noch eine Notwendigkeit war. Er wird mit 18 Jahren Arbeiter am landwirtschaftlichen Maschinenhof der Kärntner Landesregierung und mit 22 Kraftfahrer bei der Firma Schwab.

Im Oktober 1965 macht sich Gojer Adolf mit der Firmengründung eines Entsorgungsbetriebs selbständig. Aus der anfänglichen Haupttätigkeit der Fäkalienabfuhr – im „Zeitalter der Senkgruben“ hygienisch unabdingbar, wiewohl von der Öffentlichkeit nur naserümpfend geschätzt – wird 1971 ein erweitertes Gewerbe der Müllabfuhr. 1997 kommt es zur Gründung der Kärntner Entsorgungsdienst GmbH in Kohldorf mit Adolf Gojer als Geschäftsführer, und 2002 entsteht unter seiner Führung die „Rosentaler Entsorgungsservice KEG“.

Die Weiterentwicklung seiner betrieblichen Initiativen zeigt sich schließlich in der jüngst erfolgten Gründung des „GOJER Gewerbeparks“ in Seebach, dessen Schwerpunkte auf Entsorgung und Sicherheitsökonomie liegen. Hier sind acht Teilbereiche bzw. Firmen als kooperierende Einheiten zusammengeführt, von der Hausmüllsammlung über Problemstoff- und Gefahrgutentsorgung bis hin zur Trennung von Abfall und wiederverwertbaren Stoffen.

Adolf Gojer ehelicht 1960 Gudrun Schwab, mit der er 52 Jahre verheiratet war, mit Sohn Adolf und Tochter Christine als Nachkommen. Bereits 1988 wird ihm der Titel „Kommerzialrat“ verliehen, und am 5. Jänner 2007 ernennt ihn der Botschafter der Mongolei zum ersten Honorarkonsul dieses Landes in Österreich.

Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Mongolei

Nachdem die auf „Glasnost und Perestrojka“ folgende politische Wende auch die Mongolei erfaßt hatte, entwickelte sich bei österreichischen Wirtschaftstreibenden konkretes Interesse an Kontakten in und mit der Mongolei. Besonders beteiligt waren daran Wirtschaftstreibende, Kärntner Lokalpolitiker (Gemeinde Ferlach) und (zT.) aus Kärnten stammende Beamte in Wien. Im Fokus ihrer Interessen lagen touristische Beziehungen, darunter besonders der Jagdtourismus, aber auch solche im Zusammenhang mit dem Vieh der mongolischen Herden. Darauf geht wohl eines der bis heute bedeutsamen Importgüter aus der Mongolei, nämlich Naturdärme, zurück.

Adolf Gojers mongoleibezogene Interessen sind natürlich von Anfang an auf den Knowhow-Transfer im Bereich Abfallwirtschaft gerichtet. Dabei entstehen ab 2004 Kontakte zur ostmongolischen Stadt Chojbalsan, 650 km östlich von Ulaanbaatar, mit heute ca. 35.000 Einwohnern (1990 noch über 45.000). Der Wirtschaftsschwerpunkt dieses Regionalzentrums ist die Verarbeitung viehwirtschaftlicher Erzeugnisse, u.a. in einem Fleischkombinat und in einer Wollwäscherei. Auch eine Ziegelfabrik ist vorhanden, und in der Umgebung wird nach Kohle geschürft. Zusammen mit der Bedeutung der Stadt als Handelszentrum sollte dies Grundlage genug sein für den Aufbau eines leistungsfähigen Entsorgungsunternehmens. Die Abfallwirtschaft war auch bei einer der Fachreisen der Österreichisch-Mongolischen Gesellschaft im Jahr 2006 im Provinzzentrum Mörön (Hauptstadt des Tourismus-Aimags Khubsgul) ein wichtiges Thema, das der Jubilar bereit war, zu unterstützen.

Adolf Gojer ist zwar mit Überschreitung der Altersgrenze offiziell nun nicht mehr als Honorarkonsul tätig, jedoch nach wie vor in Kontakt mit der Botschaft, da ein Nachfolger erst noch zu ernennen ist. Die meisten der in Kärnten wohnhaften Mongolen sind Studenten, deren täglichen Probleme und Anfragen um vielerlei Hilfestellung beim Honorarkonsulat landen. Schwierige Fälle kommen nicht vor, und Visa-Ansuchen fallen nicht in dessen Zuständigkeit. Ganz besonders wichtig aber ist Adolf Gojer der Kontakt mit Delegationen aus der Mongolei, die seine außerordentliche Gastfreundschaft schon oft kennenlernten.

Weitere internationale Kontakte

  • Bereits 1992 gründet Adolf Gojer einen Entsorgungsbetrieb in Slowenien und übernimmt auch die dortige Geschäftsführung;
  • er nimmt Kontakte zu deutschen Entsorgungsunternehmen auf;
  • KR Gojer wird Mitglied des Vereins Bayrischer Stadtreinigungsbetriebe;
  • ab 2002 folgen Reisen in die Mongolei, um wirtschaftliche Kontakte aufzunehmen, woraus 2004 die Mitarbeit am Projekt Chojbalsan in der Ostmongolei entsteht;
  • Abfallwirtschaftliche Kontakte führen ihn auch nach Murmansk im Norden Rußlands.

So blickt KR Adolf Gojer heute zurück auf die Schaffung eines Familienunternehmens, das nunmehr seit 50 Jahren zu den bedeutendsten Entsorgungsbetrieben Kärntens zählt. Unter einer fachgerechten Entsorgung mit modernster Technologie hat er stets auch einen entscheidenden Beitrag zu einer sauberen Umwelt verstanden. Und er hat immer getrachtet, in allen Einsatzbereichen – auf kommunaler Ebene, bei Gewerbebetrieben oder Privatkunden – den Abfallproblemen jeweils mit angepaßten Lösungen beizukommen.

Die Österreichisch-Mongolische Gesellschaft wünscht dem Jubilar alles erdenklich Gute, Gesundheit und Lebensfreude mit Familie und Freunden.

Ad multos annos!