Informationen der Österreichisch-Mongolischen Gesellschaft "OTSCHIR"

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28./29.4.2022: Symposium zur Ausstellung „Staub & Seide“

Wir dürfen Sie heute auf ein SYMPOSIUM zur Ausstellung 

„STAUB & SEIDE“

im Weltmuseum Wien hinweisen.

Dieses Symposium wird vom Weltmuseum Wien in Kooperation mit dem Projekt

DISPERSED AND CONNECTED

veranstaltet.

Die Eckdaten:

Datum: Do. 28. & Fr 29. April
Uhrzeit: 11 – 20 Uhr
Ort: Weltmuseum Wien, Heldenplatz, 1010 Wien

Sie können sich ONLINE unter diesem LINK anmelden: 

Hier finden Sie das Programm des Symposiums.

Unsere besten Wünsche zum Jahr des Wasser-Tigers!

OTSCHIR wünscht allen Freundinnen und Freunden der Mongolei ein gutes Neues Jahr im Zeichen des Wasser-Tigers! Möge alle Ihre Wünsche in Erfüllung gehen und die Pandemie endlich ein Ende haben!

Сар шинэдээ сайхан шинэлээрэй.
Fröhliches Tsagaan Sar!

Titelbild: Royal Bengal tiger in water by Shafquat Ameen, CC BY-SA 4.0

Bert Fragner, † 17. Dezember 2021

Die Österr.-mongol. Gesellschaft OTSCHIR betrauert sein Ableben 

em. o. Prof. Dr. Bert Fragner, Jahrgang 1941, Orientalist, Slawist und Ethnologe, ist nicht mehr. 

Der Vorstand der ÖMG und ihre Mitglieder sind bestürzt über den unerwarteten Heimgang eines großen Freundes, der auch Mitglied ihres Kuratoriums war. 

Bert Fragner war Iranologe, und als solcher der Mongolei und ihrer Geschichte eng verbunden. Seine eindrucksvolle  akademische Laufbahn verlief durch mehrere Kulturreiche – von Europa in den Orient, nach Vorderasien und nach Zentralasien – was offenbar die Grundlage seiner von allen bewunderten Weltkenntnis und auch seines unerreichten Allgemeinwissens war. Er studierte zunächst in Wien das Fach „Völkerkunde“, welches damals so hieß, und dazu mehrere Sprachen, darunter auch die drei orientalischen Arabisch, Türkisch und Persisch. Seine intensive Beschäftigung mit dem Orient begann mit einem Studienaufenthalt 1964/65 an der Universität Teheran; anschließend organisierte er vier Jahre lang den Deutschunterricht an einer iranisch-österreichischen Berufsschule in der iranischen Hauptstadt. 1970 folgte seine Promotion an der Universität Wien mit einer historischen Untersuchung der Stadt Hamadan in Westiran, die Erkenntnisse in Turkologie, Islamwissenschaft und Iranistik zusammenführte. 

1970 bis 1985 folgten Forschungen am Orientalischen Seminar der Univ. Freiburg im Breisgau, wo er sich 1977 im Fach Islamwissenschaft habilitierte. Von 1984 bis 2003 hatte er einen Lehrstuhl für Iranistik an der Universität Bamberg inne, von 1985 bis 1989 auch eine ordentliche Professur am Institut für Iranistik der Freien Universität Berlin. Er wurde  Vorsitzender der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, Präsident der Societas Iranologica Europaea und Präsident der Österreichischen Orientgesellschaft Hammer-Purgstall, und durch seine zahlreichen Kontakte wurde das neue Fach Iranistik in Europa bekannt. Forschungs- und Gastlektorenaufenthalte in aller Welt folgten, darunter in Iran, Libanon, in der Schweiz, weiters 1994, 1997 und 2001 an der Universität Taschkent und am Abu Rayhan Biruni Institut für Orientstudien der Uzbekischen Akademie der Wissenschaften. 2003 erfolgte die Einladung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, auch in Wien ein Forschungsinstitut für Iranistik zu gründen, das er bis Ende 2009 leitete. 

Mit der Österr.-mongol. Gesellschaft verband ihn sein großes Interesse am zentralasiatischen Kulturkreis. Es war ihm ein besonderes Anliegen, mit dem im alten Europa herrschenden Irrglauben aufzuräumen, dass dieser aus Territorien „kulturferner oder kulturloser Barbaren“ bestünde. Für ihn handelte es sich dabei vielmehr um einen eurasischen Kulturraum mit interkontinentalen Verflechtungen und enorm prägenden und auch innovativen Energien. Überhaupt wurden seine Weltsicht und sein enormes Wissen überall geschätzt, nicht nur auf wissenschaftlichem sondern auch auf politischem Terrain, etwa als Veranstalter der Wiener Iranistikkonferenz 2007, wozu ihn nicht nur fachliche Exzellenz, sondern auch sein Talent zu charmanter, zugleich launischer und dabei pragmatischer Tagungsleitung prädestinierten. 

Bert Fragners Forschungsschwerpunkte waren Kultur-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des vor- und frühmodernen Iran, Sozial- und Kulturgeschichte Irans, Afghanistans, des islamischen Indien und insbesondere Zentralasiens, vor allem in frühmoderner und moderner Zeit. Seine Forschungsansätze zu zentralasiatischen Themen erbrachten – unter unzähligen anderen – auch Publikationen mit besonderem Bezug zur mongolischen Weltregion, so z.B.: 

  • Iran unter ilkhanidischer Herrschaft in welthistorischer Perspektive (Teheran 1997, engl.); 
  • „Persophonie“: Regionalität, Identität und Sprachkontakt in der Geschichte Asiens (Berlin 1999, engl.); 
  • „Sowjetischer Nationalismus“ (über Identitätspolitik in Zentralasien und der Welt der Moslems; London 2000); 
  • Zentralasien, 13. bis 20. Jahrhundert. Geschichte und Gesellschaft (Wien 2006). 

Über dieses Interesse an Zentralasien war er auch durch viele Jahre mit der ÖMG verbunden, deren wissenschaftliche Ambitionen in ihm so einen kooperativen Partner und Mentor fanden, den wir sehr vermissen werden. Insbesondere schätzten wir seine Bereitschaft zur Kooperation anlässlich des Mongolei-Symposiums 2019 am Weltmuseum Wien, an welchem sich die Österreichische Orientgesellschaft Hammer-Purgstall vor ihrer Vereinsauflösung noch einmal beteiligt hatte. 

Der Vorstand der ÖMG fühlt sich in großer Trauer, aber auch in dankbarer Erinnerung an Bert Fragner mit seiner Familie verbunden und wird den Verstorbenen stets in ehrenvoller Erinnerung behalten. 

Franz Greif 
Präsident der Österr.-mongol. Gesellschaft OTSCHIR 
im Namen des Vorstandes

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